Reality Check, 2009
Kunst am Bau Auftrag für 4 Aufzugsvorräume im 3. OG der ABM Generali Köln
Spiegelmetall, Aluminium

Der Neubau der ABM Generali in Köln verfügt über vier unabhängige Aufzugssysteme, die einen sehr flexiblen Zugang zu den Büroräumen ermöglichen. Verlässt man den Aufzug im 3. Stock steht man einer Glaswand gegenüber, hinter der unterschiedlich gewölbte Metallspiegel angebracht sind. Dabei gibt es für jeden Aufzugsvorraum leichte Variationen der wellenartigen Wölbungen der Spiegel, die einmal horizontal, einmal vertikal, einmal
diagonal den gesamten Raum vervielfachen und ornamental verzerren. Es entstehen unterschiedliche Brechungen, die trotz des seriellen Charakters jeder Wand wieder ihre Besonderheit geben. Durch die Bewegung im Raum und die Veränderung des Betrachterstandpunkts ergeben sich permanent neue Effekte. Raum und Körper scheinen sich manchmal fast aufzulösen in abstrakte Formen, dann wieder wirkt man verzerrt, gedehnt oder aufgebläht wie im Spiegelkabinett. Das theatrale Moment, das das Öffnen der Aufzugstür – gleich eines Bühnenvorhangs – erzeugt, konfrontiert den Betrachter mit einem Zerrbild der Realität. Bereits im Begriff wieder der jeweiligen Tätigkeit nachzueilen, wird die Wahrnehmung auf die Probe gestellt und für einen Moment weicht Irritation und Verunsicherung der Büroroutine.
Beate Engl Beate Engl Beate Engl

Beate Engl